Uploaded.net — Biografie einer Webseite #3

2014 und weiter

Kim

2014 brachte zunächst nicht viele Änderungen für
Uploaded-Premium mit sich. Die hauptsächlichen Bearbeitungen, die an der Seite
verübt wurden, befassten sich mehr mit dem Erscheinungsbild Megas
und weniger mit dessen tatsächlichen Features. So wurde am 20.
Januar—dem Jubiläum der Entstehung des Vorgängers Megaupload.com
und ein häufig verwendetes Datum für jegliche Updates an
Mega.co.nz—die MEGA Cloud Sync-Funktion eingeführt. Diese erlaubt
es, bestimmte internetfähige Geräte zu „syncen“ und so mit
diesen Geräten nicht nur Zugang zu Megas Funktionen zu erhalten,
sondern auch Inhalte zwischen diesen Geräten teilen zu können. Dies
war nur einer von vielen kleinen Schritten, die nach dem Abgang Kim
Dotcoms unternommen wurden, um Mega weniger einen Genrekollegen von
etwa The Pirate Bay oder dem BitTorrent-Netzwerk zu machen und mehr
einen Konkurrenten von „Cloud Services“ wie Dropbox oder Google
Drive, beides damals noch recht neue Dienste, die wie Mega schnell an
Nutzern und Beliebtheit gewannen.

Seit der Einführung der Cloud Sync-Funktion nannte
sich Uploaded.to auch offiziell nur noch „Uploaded“ und nicht mehr
eine Filesharing-Seite, sondern einen „sicherheitsoptimierten
Cloud-Service“.

2015 wird als eines der erfolgreichsten Jahre Megas
angesehen, und das mit gutem Grund.

In diesem Jahr war Mega bereits von Beginn an gut
entwickelt, besaß eine große Anzahl an Usern und war profitabel.
Alles Gründe, so wenige Veränderungen wie möglich durchzuführen,
um die Balance zwischen Profit und Beliebtheit im grünen Bereich zu
behalten. Trotzdem gab es einige Veränderungen in diesem Jahr. Die
wichtigste ist die komplette Veränderung der Domain. In einer
relativ undramatischen Zeremonie wurde plötzlich per Tweet
verkündet, dass Uploaded.to nun Uploaded.net heißen würde. Mit sich
brachte dies eine komplette Umgestaltung des Interface der Seite
sowie für Mobilgeräte verbesserte Darstellung von Inhalten.
Ansonsten änderte sich an Mega im Jahr 2015 nicht viel. Die
Nutzerzahlen stiegen immer noch relativ konstant und erreichten in
diesem Jahr sogar mehr als 20 Millionen, weniger als die Konkurrenz
Dropbox, aber trotzdem in den Top 5 unter den Cloud-Diensten damals.

2016 war wieder ein relativ langweiliges Jahr für
Mega-Nutzer, die auf Innovation hofften. Diesmal wurden keine
relevanten Änderungen an der Seite vollzogen, mit der Ausnahme von
kleineren Optimierungen, insbesondere Veränderungen bezüglich der
Smartphone-Apps. Trotzdem stieg 2016 für das erste Mal seit Anfang
2014 die Registrierungsrate schneller als im Vorjahr.

Dies war so ausschlaggebend, sodass Mega Ltd
Statistiken preisgab, die neidisch machen sollten. Und das taten sie
sehr gut. Mehr als 40 Millionen Nutzer, etwa doppelt so viele wie im
Jahr davor, und mehr als 12 Milliarden runter- und hochgeladene
Dateien. In diesem Jahr überholte Mega beinahe den Cloud-Gigant
Google Drive, schaffte es schließlich jedoch nicht.

Und wie sieht die Zukunft aus? Was wird 2017 mit sich
bringen?

Offizielle Infos seitens Mega Ltd gibt es keine.
Zusätzlich erlebt die Seite schon seit Dezember letzten Jahres zum
ersten Mal ein deutliches Defizit an neuen Registrierungen. Auch
Down- sowie Uploads werden immer seltener. Und zufälligerweise hat
erst im August 2016 Kim Dotcom in einem Interview erwähnt, dass er
eine neue Seite auf Basis von Megaupload.com plant, die wohl mit
Mega.nz konkurrieren wird.

Es sieht so aus, als hätte Mega.nz seine goldene Ära
bereits hinter sich.

Uploaded.net — Biografie einer Webseite #2

Dies war jedoch kein Zeichen einer schnellen
Niederlage, im Gegenteil, der rasante Verlust an neuen Usern gab den
Betreibern von Uploaded.net die Möglichkeit, die Seite weiter zu
optimieren. Und das taten sie mit zu beneidender Geschwindigkeit.

In nur wenigen Wochen wurden Features wie SDKs
(Source Development Kits—Eine Möglichkeit, Usern zu erlauben, die
Webseite selber umzugestalten und anzupassen), Smartphone-Apps und
Browser-Addons für höhere Stabilität und Down- sowie
Uploadgeschwindigkeiten eingeführt.

Außerdem wurden die Server der Webseite stetig
ausgebaut, um mehr gleichzeitige User und höhere Seitenaktivität zu
gewährleisten.

Über die folgenden Monate hinweg konnte Uploaded.de
nicht die Popularität der ersten Wochen wiedererlangen, schaffte es
jedoch trotzdem, eine der meistgenutzten Filesharing-Webseiten zu
bleiben.

Im dritten Quartal 2013 passierte an sich nicht viel
mit Mega. Die Nutzerzahlen stiegen an, allerdings nicht sonderlich
schneller als in den bisherigen Monaten. Die mobilen Apps wurden
ebenfalls in Massen konsumiert, aber eben genauso stark wie bei ihrer
Einführung im Juni.

Ein wichtiges Ereignis fand allerdings trotzdem
statt, und zwar am 4. September. An diesem Tag kündigte Kim Dotcom,
Gründer von Mega Ltd und seit jeher der metaphorische Vater von
sowohl Megaupload als auch Mega.co.nz, an, dass er seine Position als
CEO von Mega aufgeben würde. Er würde zwar immer noch starken
Kontakt zur Seite und ihrer Entwicklung pflegen, so Dotcom, aber
nicht aktiv an eben an der Entwicklung des Premium Account teilnehmen.

Für Nutzer war dies ein regelrechter Schock, da ja
nicht mal ein einziges Jahr seit der Entstehung Megas vergangen war,
doch die dramatische Nachricht von Dotcoms Abbruch beeinflusste die
Beliebtheit der Seite nur im Positiven.

Man könnte sogar meinen, dass die
„Post-Dotcom“-Jahre weitaus lukrativer für Mega wahren als das
mühsam vorangehende Jahr 2013.

Uploaded.net — Biografie einer Webseite #1

Biografie einer Webseite

Die Entstehung von Mega.co.nz im Jahr 2013 wird oft
als einer der wichtigeren Momente der Internetgeschichte angesehen,
als ein dramatischer Wendepunkt sogar. Doch was soll an einer
Filesharing-Webseite mit einem Account so besonders sein, wenn es schon im selben Jahr Dropbox und Google Drive kostenlos gab?

Lesen Sie weiter und bilden Sie sich Ihre eigene Antwort.

Mega entstand nämlich als Antwort auf Megaupload.com, einer der größten Filesharing-Webseiten der Welt.
Megaupload.com und die damit verbundene Firma Mega Ltd wurden
nämlich am 20. Januar 2012 vom FBI wegen Urheberrechtsverletzung
verklagt und vom Netz genommen und dessen Gründer und CEO, Kim
Dotcom, geboren Kim Schmitz, verhaftet.

Und genau ein Jahr später kehrt Dotcom zurück und
erstellt eine nagelneue Webseite auf Basis des Originals. Aus dieser
Perspektive ist es wohl einfacher zu verstehen, wieso damals die
Entstehung Megas so ein großes Thema für das Internet und sämtliche
Medien war. Viele glaubten, dass das neue Mega seinem Vorfahren
folgen und ihn kaufen würde, doch dies ist nie
passiert.

Die Seite ist bis heute immer noch im Betrieb, jedoch unter einem anderen Namen und mit einigen Veränderungen. Schauen wir uns mal die Geschichte von Mega.co.nz an.

Das erste Jahr

Schon am ersten Tag seiner Entstehung bekam
Mega.co.nz 100.000 Anfragen für neue free Accounts, mehrere Hunderte
davon jede Minute.

Nicht verwunderlich, wenn man bedenkt, dass es sich
hierbei um den Nachfolger einer Seite handelte, die einst eigenhändig
für 5 % der Internetaktivität auf der ganzen Welt verantwortlich
war.

Die ersten Wochen von Megas Entstehungsprozess waren
allerdings mühsam und von einigen Hürden geplagt. So konnten die
Server der Seite nicht rechtzeitig für den immensen Strom an Nutzern
vorbereitet werden und versagten oft. Sogar an „guten Tagen“
waren Downloads und Uploads nur schwer und langsam durchzuführen.

Schnell stieg trotz Alledem die Popularität von
Mega.co.nz rapide an und die Seite befand sich nach nur einer Woche
in den Top 100 der meistbesuchten Webseiten. Umso dramatischer ist
es, dass nur einen Monat später Mega um einige tausende Plätze
sank.